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Alternative klimagerechte Verkehrsplanung in Pankow

Magic Roundabout

/// Kolumne ///: Die Stadtentwicklung in Pankow ist durch kaum lösbare und beständig weiter wachsende Verkehrsprobleme ausgebremst. Geht die Entwicklung weiter so langsam wie bisher, treten erste mögliche Entlastungseffekte erst nach 2025 ein.

Das aber ist für niemanden mehr hinnehmbar. Exorbitante Fahrtzeiten zwischen Quell- und Zielgebieten entstehen, die Wohn- und Standortqualität sind gefährdet. Neben dem Stadtklima wird auch das soziale Klima und das Arbeitsklima streßbedingt belastet.

Priorität: Alternative klimagerechte Verkehrsplanung in Pankow
Eine alternative klimagerechte Verkehrsplanung in Pankow muss vordringlich entwickelt werden, die über bisherige Planungsansätze zur Verbesserung von Fahrrad-Mobilität und Umweltverbund hinausgeht und den automobilen Verkehr neu in den Fokus rückt.

2020 wird das Jahr, in dem auch erste klimaneutrale Automobile massentauglich werden, die dem Auto auch bis über 2050 hinaus eine Zukunft verschaffen. Das Schlagwort von der nachhaltigen und umweltfreundlichen Mobilität bekommt eine neue praktische Qualität: Automobile bleiben wichtiger Teil im Mobilitätsmix und sind künftig auch Teil eines Umweltverbundes, wenn sinnvolle Verwendungsmöglichkeiten wie Park + Ride, Ridesharing und Carsharing und Mobilitäts-Hubs mitgeplant werden.

Strategische Verkehrsprobleme und Politikmängel

Die immer stärker werdenden Konflikte zwischen Schwerlast- und Pendlerverkehr einerseits, und der wachsenden individuellen Mobilität in nachverdichteten Wohngebieten, lassen sich nur durch Austausch strategischer Planungsparadigmen und auch langjährig tätiger (bzw. untätiger) kommunalpolitischer Planungseliten lösen. Achtzehn Planungsschritte, um etwa den barrierefreien Umstieg am S-Bahnhof Greifswalder Straße zur Tram zu schaffen – seit Jahren wir daran laboriert. Ganze Wahlkreistage wurden daran schon veranstaltet, mit gebrochenen Planungsversprechen.

Verkehrsplanung rund um das Pankower Tor? Fehlanzeige, eine Lieblingsstraßenbahn-Verbindung wird geschaffen, während weitere Staugefahren an Knotenpunkten und Kreuzungen entstehen.

Verkehrsplanung ist Gesamtplanung mit neuen Klimaschutz-Zielen
Vor allem muss die Verkehrsplanung aus der Pankower Gesamtperspektive gestärkt werden. Nach 30 Jahren Bürgersteigs-Perspektiven aus Prenzlauer Berg, mit Spielstraßen, Gehwegvorstreckungen und Radwege-Gestaltungsphilosophien, ist ein Neuanfang in der Verkehrspolitik notwendig.

Kurz: nicht nur alte Zöpfe und Bärte müssen abgeschnitten werden, sondern auch neue Köpfe müssen her. Kommunalpolitisch agile Akteure in der Pankower Kommunalpolitik, die Verkehrsplanung als sachkundige Bürger begleiten, als freie Kandidaten in den nächsten Kommunalwahlen 2021 antreten, und freie Spitzenkandidat_innen für die Wahlkreise. Am Besten: freie Kandidaten in jedem Pankower Ortsteil, damit die „Prenzlauer-Berg-Folklore“ in der Pankower Stadtplanung ein Gegengewicht bekommt.

Ganz kurzfristig muss eine Verlagerung des LKW-Stückgut- und Schwerlastverkehrs auf die Schiene in Gang kommen. Das Fenster der Planung steht derzeit sperrangelweit in Reinickendorf und Pankow offen. Frau Nikutta und die DB-Cargo, und die Niederbarnimer Eisenbahn müssen die Gewerbegebiete zwischen Lengeder Straße und Flottenstraße endlich an die Schiene anschließen.
Die Bürgerinitiativen in Rosenthal verspielen mit ihrer Forderung nach „mittel- und langfristiger Verlagerung lärm- und verkehrsintensiver Industrie aus dem Stadtgebiet“ nur wertvolle Zeit.

Industriebahn in Neukölln
Industriebahn in Neukölln – Foto: Industriebahn-Gesellschaft Berlin mbH (IGB) – CC BY-SA 3.0

Kreisverkehre und Knotenpunkt-Programm
Bevor im Pankower Norden neue und versäumte Entlastungsstraßen zur Umgehung von Wohngebieten geplant werden, müssen vor allem Stau- und Unfallschwerpunkte entschärft werden. Ob der Bau der Tangentialverbindung-Nord nördlich von Rosenthal noch sinnvoll ist, muss neu geprüft werden. In jedem Fall ist ein Kreisverkehre- und Knotenpunkt-Programm in Gang zu setzen, das auch in Fahrradstraßen und Superblock-Quartieren neue Handlungsmöglichkeiten schafft.

Planungstools für Verkehrsplanung
Die alternative klimagerechte Verkehrsplanung in Pankow kann mit Hilfe intelligenter Planungswerkzeuge auch von sachkundigen Bürgern auf den Weg gebracht werden. Als Anregung zum Neudenken und Querdenken wurde der Magic Roundabout des britischen Road Research Laboratory (RRL) in Swindon (Südengland) als Titelbild ausgewählt. In den ersten 30 Jahren nach der Einweihung 1972 gab es nur 14 schwere und 80 leichte Unfälle. Der bessere Verkehrsfluss an Knotenpunkten ist der wichtigste Schlüssel zur Lösung von strategischen Verkehrsproblemen in Pankow, der auch Alternativen zum Ampelstau schafft.

Weniger Verkehrlärm, weniger Bremsvorgänge, weniger Feinstaub und weniger Kraftstoffverbrauch – das sind die Systemziele einer alternativen klimagerechten Verkehrsplanung in Pankow.


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Informieren: info@anzeigio.de | Akkreditieren: akkreditierung@anzeigio.de

Für unsere Abonnenten: IT-Planungstools für alternative klimagerechte Verkehrsplanung sind einsatzfähig. Die Brennpunkt-Liste der zu verändernden Knotenpunke in Pankow wird aufgestellt. Welche Kreuzung sollte besser zum Kreisverkehr werden? Welcher Superblock sollte selbst nur noch durch einspurig umkreist werden?

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