Freitag, 19. April 2024
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Der 1. Pankower Mobilitätsbericht wurde veröffentlicht

Fahrradstraße in Alt-Pankow

Der Bezirk Pankow hat am 9.4. den deutschlandweit ersten
Mobilitätsbericht veröffentlicht. Der Mobilitätsbericht ist ein umfangreiches Projekt, das von einer Arbeitsgruppe aus dem Stadtentwicklungsamt Pankow, der TU Berlin und der TU Dresden aufgelegt wurde.
Ziel ist es, die Mobilitätsberichterstattung als ein neues Instrument der
Verkehrsplanung zu entwickeln, das dabei hilft, die Verkehrspolitik im Bezirk Pankow strategisch neu auszurichten und den Verkehr schrittweise sozial-gerechter und ökologisch-verträglicher zu gestalten.

Der 178-seitige Bericht zeigt den Status Quo der Mobilität der Menschen in Pankow auf und stellt konkrete Maßnahmen vor, mit denen der Bezirk das selbsterklärte Ziel einer nachhaltigen urbanen Mobilität erreichen will.

Die bisherige Untersuchung zeigt: Die Pankowerinnen und Pankower sind schon recht umweltfreundlich unterwegs. 81 Prozent aller Wege werden mit dem Umweltverbund – also den öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder zu Fuß – zurückgelegt.
Trotzdem gibt es Verbesserungspotenzial: Vor allem der Innenstadtbereich ist von starker Belastung durch die Luftschadstoffe Stickstoffdioxid und Feinstaub betroffen. 40 Prozent der Einwohner fühlen sich zudem von Verkehrslärm belastet. Die meisten alltäglichen Ziele der Daseinsvorsorge sind fußläufig gut erreichbar.
An manchen Stellen erschweren Mängel in der Infrastruktur jedoch die
umweltfreundliche Mobilität, beispielsweise durch fehlende sichere Wege
und Querungsmöglichkeiten, Schlaglöcher und Barrieren an Haltestellen.

Für Vollrad Kuhn, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bürgerdienste
ist der Mobilitätsbericht ein zentrales Projekt, er erklärte:

„Das Ziel ist eine Stadt der kurzen Wege mit einladenden öffentlichen Räumen, die aktive Mobilität durch geringe Reichweiten begünstigt. Bewohner:innen von Buch sollen ebenso wie Bewohner:innen von Prenzlauer Berg die Möglichkeit erhalten, ihren persönlichen Bedürfnissen vor Ort nachkommen zu können. Das Mobilitätsgesetz soll dafür zukünftig noch stärkere Berücksichtigung in der Planung finden.“

Als Beitrag zu mehr Flächengerechtigkeit soll künftig vor allem der
Fuß- und Radverkehr ausreichend Fläche für sichere Infrastruktur
erhalten. Mit einer schlüssigen Radverkehrsstrategie und der erstmaligen
Erprobung sogenannter Kiezblocks sind dafür bereits konkrete Maßnahmen in Planung. Die Pankowerinnen und Pankower werden wie bei der Berichterstellung an der Umsetzung der Maßnahmen in verschiedenen Formen beteiligt.

Im Mittelpunkt der Mobilitätsberichterstattung steht dabei die
Nahmobilität – also das Fortbewegen zu Fuß und mit dem Fahrrad. Ein
besonderer Fokus liegt auch auf dem partizipativen Ansatz, der alle
Akteursgruppen in den unterschiedlichen Phasen der Planung einbindet.

In Pankow haben Vertreterinnen und Vertreter von insgesamt 33
Institutionen, Gremien, Arbeitsgemeinschaften, politischen und sozialen
Vereinen an der Erarbeitung des Mobilitätsberichts mitgewirkt.
Insbesondere die Bedarfe von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen,
Kindern, Senioren und Sozialhilfeempfängern werden dabei berücksichtigt,
um die soziale Gerechtigkeit im Bezirk zu fördern.

Prof. Udo Becker, Projektleitung der TU Dresden erklärte:
„Ein Konzept, in dem vor allem die Mobilität – also das Erreichen der Ziele der Menschen und nicht die Verkehrsmittel – im Mittelpunkt steht, schafft für die
Menschen im Bezirk mehr Möglichkeiten“.

Ab Juni 2021 ist eine Fortsetzung des Projekts geplant. Für die zweite Phase sind die Umsetzung ausgewählter Maßnahmen und die Verstetigung der Mobilitätsberichterstattung in Pankow geplant.
Darüber hinaus wird die Übertragung des Planungsinstruments in andere
Kommunen angestrebt. Im Frühjahr wird ein Handlungsleitfaden und eine begleitende Webseite veröffentlicht.

Prof. Oliver Schwedes, Projektleitung der TU Berlin erklärte: „Es handelt sich nicht um einen Abschlussbericht, sondern einen Arbeitsauftrag für den
Bezirk“.

Weitere Informationen über Instrument und Forschungsprojekt:

Bezirksamt Pankow – Mobilbericht

m/s