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Feuerwerkskultur in Japan

Nagaoka Feuerwerk Festival 2018

In Japan wurde das explosive Schwarzpulver erst spät im 15./16. Jahrhundert verbreitet, 200 Jahre später als in Europa. Es war die Sengoku-Zeit, die Zeit der Bürgerkriege. Das „griechische Feuer“, wie es einst die Byzantiner nannten, bot den Vorteil, es für Kriegszwecke zu Wasser als auch zu Lande einsetzen zu können. Sehr effektive, mächtige Waffen für Angriff und Verteidigung wurden geschaffen. In der friedlichen Zeit danach suchten die Munitionsfabriken nach neuen Wegen des Geldverdienens. Die Feuerwerkskunst wurde entdeckt, eine Entwicklung, die bis in die Gegenwart anhält. In Japan hat sich sogar eine Feuerwerkskultur entwickelt, die alljährlich viele Feste mit Großfeuerwerken schmückt.


2019 geplante Feuerwerke in Tokyo


Traditionell ist die Sommerzeit in Japan Feuerwerkssaison. Von Ende Juli bis August steigen allein in Tokyo über 20 imposante Feuerwerke über der Stadt auf und erleuchten in prächtigen Farben den nächtlichen Himmel. In der Sommersaison gibt es kaum ein Wochenende, an dem kein Feuerwerk entzündet wird. Meist liegen ihre Schauplätze an Flussufern oder direkt am Meer.
Die spektakulären Lichteffekte spiegeln sich in der glatten Wasseroberfläche und erzeugen zusätzliche grandiose Eindrücke.

Most amazing fireworks in the world

Eines der berühmtesten Feuerwerke Japans zelebrieren die Japaner während des Sumida-Sommerfests am Ufer des gleichnamigen Flusses. Im Jahr 1732 erlitt die Bevölkerung der Region eine große Hungersnot, die Epidemien in einem großen Umkreis nach sich zog. Um später der zahlreichen Menschenopfer dieser Katastrophe zu gedenken und gleichzeitig den Wassergott zu ehren, feierten die Bewohner danach alljährlich ein großes Fest, wobei sie auch ein Feuerwerk entzündeten.

Ein japanisches Feuerwerk ist nicht bloß eine Aneinanderreihung einzelner Lichteffekte, es versteht sich immer als eine grandiose Symphonie, die leuchtende Farben, erhebende Musik und oft auch eine besondere Kulisse miteinander verschmelzen lassen.

Die prächtige Kunst des Lichts entfacht besondere Stimmungen, sie absorbiert alle Sinne und zieht die Zuschauer vollkommen in ihren Bann.

The most beautiful fireworks in the Japan

Japanische Feuerwerke sind Meisterwerke, die von traditionellen Feuerwerkern wie ein Kunsthandwerk monatelang, mit Akribie und höchster Vorsicht vorbereitet werden. Jedes Detail bedarf es einer sekundengenauen Planung, bevor ein durchkomponiertes Feuerwerk am Himmel entstehen kann.

Ein japanischer Feuerwerksmeister muss lange zehn Jahre Ausbildungszeit durchlaufen, bis er sich in allen Aspekten der Feuerwerkskunst bewiesen hat. Dazu gehört nicht nur die Planung, Gestaltung und Zündung von Feuerwerkskörpern, sondern auch deren Herstellung in Eigenregie. Diese hohe Kunst wird in Japan besonders geschätzt und ein Hanabishi ist stets von den besten Wünschen für seine Gesundheit begleitet

Für die Kreation einer Feuerwerksshow wird oft die klassischen, japanische Tuschzeichnung verwendet. „Suibokuga“ oder kurz „Sumi-e“ lässt auf mit Hilfe von Tusche und Pinsel wundervolle Landschaftsbilder auf Papier entstehen. Diese Technik dient als Grundlage für die feurigen „Himmelsmotive“. „Sumi-e“ entstand in der zweiten Hälfte der Tang-Dynastie, die von 617 bis 907 andauerte, und war eine verbreitete Technik der Landschaftsmalerei. Später griffen die Zen-Schulen diese Zeichnenkunst auf, um Geschichten aus der Zen-Tradition darzustellen.

Feuerwerk heißt in Japan „Hanabi“, was übersetzt „Feuerblume“ heisst. So blumig wie der Name klingt, so beeindruckend ist ein japanisches Feuerwerk. Es bezaubert durch Farbenpracht, Fülle, Dynamik und Vielseitigkeit.

Der Name bezieht sich auch auf die Form der Feuerwerkskörper, die im Gegensatz zu europäischen Produkten rund sind. Wenn sie im Himmel explodieren, wirkt die runde Form wie eine sich öffnende Blume. Das Feuer verteilt sich in einer Kugel oder in einem Kreis um das explosive Zentrum. Die Größe einer japanischen Kugelbombe erreicht mit einem Maximum von 1,6 Metern einen Weltrekord. Hierfür wurden monatelang viele Schichten Papier und Feuerkugeln verklebt, bis eine 420 Kilogramm schwere Kugelbombe fertiggestellt war.

Während in Europa vorwiegend zylinderförmige Feuerwerkskörper und Raketen verwendet werden, werden japanische Feuerwerke vorwiegend aus Kugelbomben hergestellt. Für den Hausgebrauch gibt es deshalb auch kleine „Hanabi“-Versionen.

Die Kugelbomben werden mit Feuerwerksmörsern in die Luft geschossen, die senkrecht im Boden eingegraben werden.

Während die Feuerblume am Himmel auseinanderstäubt kann sich die Farbe des Lichts verändern. In weichen Farbverläufen ändern die Feuerblumen ihre Farbe, während sie sich am Himmel zu ihrer ganzen Schönheit entfalten. Das sanfte Verlauf entsteht durch einen vergleichsweise geringeren Schwarzpulvergehalt im Inneren der Feuerwerkskörper. Dort können sich auch noch weitere, kleinere Feuerkerne befinden und nach dem Zünden zeitlich versetzt explodieren. Diese japanische Technik der Feuerblumen ist einmalig auf der Welt und wird inzwischen auch gern kopiert.


Die schönsten Feuerwerke in Japan


Die Feuerwerkskultur in Japan ist sehr lebendig, kennt auch Moden und künstlerische Eigenheiten der Feuerwerksmeister. Jahr für Jahr gibt es neue Trends. In den letzten Jahren geht es vermehrt zur Kreation von Glitzerfeuerwerken. Während früher einfarbige Feuershows beliebt waren, mögen Japaner heute farbliche Übergange von rot über gelb zu grün und blau. Leuchtende und satte Farben lösen bei den Zuschauern große Begeisterung aus.

Fireworks Show 2018 above Mount Fuji with Music

Tamamura Fireworks 2017

Friedlicher japanischer Jahreswechsel – ohne Böller und Großfeuerwerke

Das japanische Neujahrsfest wird im Vergleich zu unseren europäischen Breiten eher ruhig gefeiert.

Am Vorabend des Neujahrsfestes feiern die Japaner das Fest des Vergessens, den sogenannten Bônenkai. Dann finden im ganzen Land rauschende Feste statt. Sie helfen das alte Jahr hinter sich zu lassen – um befreit von Altlasten ins neue Jahr zu starten.

Der Jahreswechsel, Omisoka genannt, ist in Japan in erster Linie ein Fest der Familie, das bei gutem Essen und mit Spielen gefeiert wird. Das Heim wird zum Neujahrsfest mit Blüten und Kiefernzweigen geschmückt

Um Mitternacht lassen die Japaner traditionell tausende weißer Luftballons gen Himmel aufsteigen. Danach besucht man gemeinsam den Tempel. Dort läuten die Glocken 108 Mal, um Sünden und Altlasten des vergangenen Jahres auszulöschen.

Ein japanischer Glaube besagt, wenn wer seinem Gott zum Neujahr Geld spendet, wird ein gesegnetes und erfolgreiches neues Jahr erleben.

Ein großes Feuerwerk wie zu Silvester in Berlin und in Europa findet man in Japan nicht. Wer ein ruhigen Jahreswechsel sucht, kann sich schnellentschlossen in das Flugzeug nach Tokyo – Narita setzen.



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a/m
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