Home > Familie > Single-Geschäftsmänner im Alter: Und jetzt?

Single-Geschäftsmänner im Alter: Und jetzt?

Single Man

Von Arian Konrad

Wer sich sein ganzes Leben lang auf die Karriere, vielleicht sogar das Aufstreben eines eigenen bedeutenden Unternehmens fokussiert hat, für den kam während dieser Zeit das Private im Allgemeinen und das Familiäre im Speziellen häufig zu kurz. Keine Partnerin, keine Kinder, vielleicht sogar nur wenige Freunde jenseits des unmittelbaren Business.

Wenn Geschäftsmänner dann jenseits der 50 kürzertreten, stellen sie häufig plötzlich fest, dass ihnen etwas Elementares im Leben fehlt. Und was dann? In diesem Fall stehen durchaus mehrere Optionen zur Debatte.

1. Die Welt erkunden
Ein erfolgreiches Geschäftsleben geht oft mit der Tatsache einher, außerhalb der Arbeit wenig gesehen zu haben – selbst wenn der Beruf einen um den ganzen Globus führte. Allerdings können derart erfolgreiche Geschäftsmänner in diesem Alter oft auch auf ein vorzüglich gedecktes Konto blicken – ein Faktor, der in diesem Text übrigens noch mehrfach von Bedeutung sein wird.
Auch wer nunmehr denkt, dass er Partner und/oder Nachwuchs vermisst, sollte sich zunächst fragen, ob diese tatsächlich die Antwort auf seine Sehnsüchte wären – immerhin bedeutet beides, sich abermals auf einen recht kleinen Raum festlegen zu müssen und sei es nur im übertragenen Sinn.
Wer beides schon jetzt nicht mehr als so erstrebenswert ansieht, sollte sich als nächstes fragen, ob er nicht (zunächst) auf Reisen gehen möchte. Die Orte sehen, die er schon immer sehen wollte. Mit den Menschen auf der Straße sprechen, nicht nur den Geschäftspartnern in Glastürmen. Natürlich, das Budget erlaubt vielleicht, dies hochluxuriös aufzuziehen. Ebenso ist es jedoch auch Ü50 noch problemlos möglich, auf Weltreisen zu gehen – wenn der Körper mitmacht, ist alles andere zweitrangig.

2. Zum Sugardaddy werden
Wir kommen zu einem Thema, das vielleicht auf den ersten Blick etwas kontrovers klingen mag. Aber, versprochen, es wird durchaus logisch aufgelöst werden. Zunächst: Was ist ein Sugardaddy? Es ist ein Mann im gesetzten Alter, dazu mehr oder weniger wohlhabend. Als solcher umgibt er sich mit einer weitaus jüngeren Partnerin.

Klingt klischeehaft? Vielleicht. Aber hinter dem Klischee steht eine Tatsache: Wer sein ganzes Leben einem Business gewidmet hat, hat als junger Mann vielleicht auch die Phase verpasst, in der er mit ebenso jungen Frauen das Leben genießen konnte. Das junge Alter vergeht, aber die Sehnsucht, dieses Gefühl, das einem nur eine junge Partnerin bescheren kann, das verbleibt bei vielen, wenn es nie erfüllt wurde.
Der Rest ist buchstäblich gesellschaftliche Moralvorstellungen, über denen man als lebenslang erfolgreicher Geschäftsmann getrost stehen kann. Doch wie anfangen? Nun, Sugardaddys sind kein einseitiges Phänomen. Es gibt auch entsprechende suchende junge Frauen. Kein Wunder also, dass es sogenannte Sugardaddy Apps für Deutschland gibt – letztlich eine sehr spezifische Variante der Partnerbörse, bei der Interessenten jedoch sorgsam vergleichen sollten, um tatsächlich seriöse Angebote zu finden.

3. Zum Philanthropen werden
Wer nach einem Leben harter Arbeit wohlhabend ist, ist es vor allem, weil er viel geleistet und verzichtet hat sowie persönliche wie geschäftliche Wagnisse eingegangen ist. Allerdings wären die wenigsten Wohlhabenden auf dieser Position, wenn nicht andere Menschen ebenfalls ihre Arbeit getan hätten.
Wer das versteht, versteht auch, warum es sinnvoll sein kann, im gesetzteren Alter qua seines Wohlstands zum Philanthropen zu werden. Also zum Menschenfreund, der seine Mittel nutzt, um anderen Gutes zu tun.
Auch dabei gibt es mehrere Optionen:

1. Eine treuhänderische Stiftung gründen, um einen konkreten Zweck zu verfolgen.

2. Unternehmen mit besonderer sozialer oder umweltschützender Verantwortung fördern.

3. Spenden an Vereine vergeben – vielleicht sogar vor der eigenen Haustür, wodurch das philanthropische Engagement enorm lokal wird.

4. In ein oder mehrere Stipendien investieren. Hierzu gibt es sogar die Möglichkeit, an offiziellen Programmen teilzunehmen.

5. Vermieter werden und sozialen Wohnungsbau aus eigener Tasche betreiben.

Allerdings kann es natürlich auch gänzlich niedrigschwelliger gehen: Einfach beschenken. Zusammen mit einem guten Steuerberater geht das durch Ausnutzen von Freibeträgen auch vollkommen legal an der Schenkungssteuer vorbei und kommt Bedürftigen in der unmittelbaren Umgebung direkt zugute.

Liebe kennt alle Alter - Foto: Pixabay
Liebe kennt alle Alter – Foto: Pixabay

4. Die gleichaltrige Liebe suchen
Wer sich als gereifter Geschäftsmann gerne mit sehr jungen Frauen umgeben möchte, sollte das natürlich zweifelsfrei tun. Aber was, wenn der Altersunterschied in allen Facetten vielleicht doch zu stark wäre? Wer so denkt, sollte schlicht das tun, was jeder Mensch auch ohne sonderliches Vermögen in seiner Situation tun würde – sich nochmals aufs Single-Parkett begeben und nach einer Partnerin Ausschau halten.

Nein, das klingt nur nach einem schwierigen Unterfangen. Tatsächlich ist Ü50 eigentlich sogar ein guter Altersbereich für die Partnersuche – in früheren Jahren sind deutlich mehr Menschen in Partnerschaften. Jenseits der 50 finden sich jedoch viele Getrennte, Geschiedene, auch Verwitwete. Und selbst das Dating selbst unterscheidet sich nicht grundlegend von dem in jüngeren Jahren. Mit einer Ausnahme:

Wer jetzt auf Partnersuche geht, sollte wissen, was er will und es auch frank und frei so kommunizieren. Die meisten Frauen in diesem Alter suchen keine sprunghaften Abenteuer, sondern einen festen Partner, um mit ihm sprunghafte Abenteuer zu erleben.

5. Genießen in vollen Zügen
Hand aufs Herz: Auch wenn der Beruf vielleicht lebenslang gutes bis sehr gutes Geld abgeworfen hat, so hatten doch vor allem Selbstständige oftmals kaum Zeit, dieses Geld zu eigenvergnüglichen Zwecken unter die Leute zu bringen.

Letztendlich bedeutet das eines: Jetzt gibt es einerseits wahrscheinlich viel Geld auf dem Konto und andererseits einen gehörigen Nachholbedarf – noch gewürzt um den Vorteil, dass die erzwungene Sparsamkeit während des Arbeitslebens dafür sorgte, dass kaum teure, aber letztlich überflüssige Fehlkäufe auftraten.

Und wenn weder ein neues Leben mit einer festen Partnerin noch andere Punkte allein glücklich machen, wie wäre es dann einfach damit: Das Leben in vollen Zügen genießen? Wenn es niemanden gibt, weder Nachwuchs noch andere, die als Erben infrage kämen, ist es sogar fast schon verpflichtend, die Euros so lange zu genießen, solange es das Leben einem gestattet.

Vielleicht ist dem einen oder anderen Leser der US-Moderator Jay Leno ein Begriff. Ein unter anderem durch seine Tonight Show zu Ansehen und Reichtum gekommener Mann – zwar verheiratet, aber kinderlos.
Was er tut, kann Kompass für die Vorgehensweise dieses finalen Tipps sein: Leno ist neben seiner Eigenschaft als generöser Philanthrop nämlich ein Autonarr reinsten Wassers. Seine Kollektion umfasst dem Vernehmen nach nicht weniger als knapp 300 Fahrzeuge, darunter eine Menge Seltenheiten und Sonderkonstruktionen.

Es können Autos sein, sie müssen es aber nicht. Ebenso gingen kostbare Uhren, Kunstgegenstände – alles, was gefällt und man sich gönnen möchte.

Und wenn beim letzten Atemzug kein Cent mehr übrig ist, dann sei es drum – der alte Spruch, wonach das letzte Hemd sowieso keine Taschen hat, ist weit mehr als eine Metapher.

Save this post as PDF

m/s