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Treffen am „Platz des 9. November“ an der Bösebrücke

Jahrestag des Mauersturz

/// Kolumne /// – Heute jährt sich der Jahrestag, an dem sich die Angst und die Mauer auf revolutionäre Weise „sofort und unverzüglich“ in Luft auflösten. Das Wort vom Mauerfall klingt nicht richtig, denn es war eher ein „Mauersturz“ – oder Zusammensturz, bei dem die Mauerbauwerke noch stehen blieben, aber hunderte Durchgänge und Millionen unsichtbare Risse bekamen, bis die Mauerspechte an ihr Werk gingen.

„Ich habe mitgehämmert“ – um den bei vielen Grenzübertritten mit Zwangumtausch erlittenen Schmerz abzureagieren. Die Mauer hatte auch über mein Leben in Berlin (West) bestimmt, weil viele Familienmitglieder zwischen Dresden, Gera und Ost-Berlin getrennt wurden. Auch viele Dutzend Grenzkontrollen auf dem Weg in den Urlaub und zurück nach Berlin habe ich durchlebt. Jeder Hammerschlag gegen das Mauerstück hinter dem Reichstag wurde so zu einem seelisch befreienden Schlag.

Die „DDR“ stürzte danach ökonomisch zusammen, wie ein Soufflé: die D-Mark und marktwirtschaftliche Wirtschaftsmathematik trafen plötzlich auf eine sozialistische Planwirtschaft, in der es keine richtigen Wertstellungen und Abschreibungen für Altanlagen gab. Die ökonomischen Umbrüche waren zwangläufig, und mussten sich nun rasend schnell neue Bahnen brechen.

Im Nachhinein ist es ein Wunder, wie weit es dennoch gelang, den wirtschaftlichen Transformationsprozeß auf konstruktiven Kurs zu bringen. Über den Preis muss allerdings noch geredet werden – nur nicht heute an diesem 30. Jahrestag des „Mauersturz“.

Michael Springer, Herausgeber


Begegnung der Bezirksbürgermeister am 09.11.2019 am früheren Grenzübergang

Der Pankower Bezirksbürgermeister Sören Benn (Die Linke) und der Bezirksbürgermeister aus Mitte, Stephan von Dassel (Bündnis90 / Die Grünen) treffen sich heute anlässlich des 30. Jahrestags des Mauerfalls am 9. November dieses Jahres am ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße treffen. Eingeladen zu diesem Termin sind auch die Bezirksverordneten aus Mitte und Pankow.

Die symbolische Begegnung der beiden Bezirke östlich und westlich dieses welthistorisch bedeutsamen Ortes findet ab 21 Uhr am „Platz des 9. November“ an der Bösebrücke statt.

Auf der Brücke an der Bornholmer Straße öffnete sich in der Nacht vom 9. zum 10. November 1989 erstmals seit dem 13. August 1961 die Mauer und die Berlinerinnen und Berliner aus Ost und West kamen wieder zusammen. Dieses Ereignis war seither für die Bürgermeister der angrenzenden Bezirke Anlass, sich am 9. November eines jeden Jahres in den Abendstunden an der Bornholmer Straße an der Bösebrücke zu treffen und mit interessierten Menschen an die Geschehnisse der Wendezeit zu erinnern und ins Gespräch zu kommen. Zum 30. Jahrestag haben sich die beiden Verwaltungschefs auf ein besonderes Fotomotiv verständigt, das den Wandel der Zeit verdeutlichen soll.

Journalistinnen und Journalisten sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger sind zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen.

Quelle: Pressemitteilung Bezirksamt Pankow | 04.11.2019, redigiert

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