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Startschuss: „Petition des Berliner Sports für den Inklusions-Sportpark“

Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportstadion

Der geplante Ausbau des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark zu einem inklusiven Sportpark ist inzwischen umstritten. Hauptstreitpunkt ist der geplante Abriß und Neubau des Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadions und der in Planungen ablesbare Wegfall wertvoller Baumbestände. Nachdem sich in Pankow Widerstände gegen das Vorhaben gezeigt haben, und wegen der umfänglichen Planung die Forderung nach einem Bebauungsplanverfahren laut wurde, hat der Berliner Senat das Vorhaben als Vorhaben von gesamtstädtischer Bedeutung an sich gezogen.
Nach einer eiligen Online-Bürgerbeteiligung haben sich nun auch die Sportverbände zu Wort gemeldet und melden ihre Interessen an. Der Landessportbund Berlin, der Berliner Fußball-Verband, der Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Berlin, der Berliner Leichtathletik-Verband, der Bezirkssportbund Pankow und mehrere Sportvereine haben dazu eine gemeinsame eine Change.org-Petition verabschiedet, um den öffentlichen Diskurs über die inklusive Zukunft des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks als #SportparkFürALLE anzuregen.

Die 16 Petenten fordern den für 2020 – 2024 geplanten Umbau des Jahn-Sportparks zu einer inklusiven Sportanlage, u. a. mit

– barrierefreien Trainings- und Wettkampfflächen und -halle
– einem Kompetenzzentrum für InklusionsSport
– einem inklusiven Stadion.

Dabei sollen Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen veranlasst werden und eine inklusive Bewegungskita für das Quartier entstehen.

Der Berliner Sport begrüßt die Pläne des Senats, den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark zu einem inklusiven Sportpark zu entwickeln. Im Bezirk Pankow, im Abgeordnetenhaus als auch im Senat stellen Einzelne die Notwendigkeit, mehr Menschen mit und ohne Behinderung den Zugang zu Sport und Bewegung und zu einem barrierefreien Stadionbesuch zu ermöglichen, derzeit überraschend wieder in Frage.
Um den öffentlichen Diskurs über die inklusive Zukunft des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks als #SportparkFürALLE anzuregen, haben der Landessportbund Berlin, der Berliner Fußball-Verband, der Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Berlin, der Berliner Leichtathletik-Verband, der Bezirkssportbund Pankow und mehrere Sportvereine eine Change.org-Petition verabschiedet.

Anläßlich des Starts der „Change.org-Petition des Berliner Sports für den InklusionsSportpark“ fand am Dienstag, dem 23. Juni 2020 fand ein Rundgang, der „Tour de Barrieren“, durch das Friedrich-Ludwig-Jahn Stadion statt, in dem der aktuelle Bauzustand besichtigt wurde.

Andreas Statzkowski, Präsident des Berliner Leichtathletik-Verbands e. V. hob im anschließenden Pressegespräch die Bedeutung des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks hervor: „Der Berliner Leichtathletik-Verband ruft seine 74 Mitgliedsvereine mit insgesamt 15.000 Mitgliedern auf, die Online-Petition zu unterstützen. Das Stadion hat eine immense Bedeutung für uns. Deshalb setzen wir uns für einen Neubau unter inklusiven Aspekten ein.“

Carsten Maaß, Präsident des Bezirkssportbunds Pankow und stellvertretender Vorsitzender des SV Empor, sprach besonders für die Vereine im Bezirk: „Besonders im Innenstadtbereich gibt es in Berlin kaum mehr Potenzial für den Neubau von Sportstätten. Die geplanten Großspielfelder werden die große Nachfrage im Hockeysport mildern und auch für die Entwicklung des Mädchen- und Frauenfußballs bieten sich im Inklusions-Sportpark bessere Voraussetzungen. Der Tennissport hat am Standort eine lange Tradition und wird auch stark von einer Umgestaltung des SportparkFürALLE profitieren. Diese und andere Angebote unserer Vereine sind überwiegend breitensportorientiert und werden in erster Linie von Anwohnerinnen und Anwohnern des umliegenden Kiezes wahrgenommen. Die Vereine wollen sich in den neuen Fokus des InklusionsSportpark aktiv einbringen und ihre Angebote inklusiv weiterentwickeln.“

Vertreter des Behinderten- und Rehabilitationssports plädieren für Inklusions-Konzept

Bei dem Treffen war auch Klaas Brose, Geschäftsführer des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Berlin e.V. – Organisator der Para-Leichtathletik-EM 2018, sowie mehrerer Para-Leichtathletik-Grandprix im Jahnstadion zugegen. Er ist einer der Urheber des Konzepts für den Inklusionssportpark

Mario Gressmann, Geschäftsführer des SCL Sportclub Lebenshilfe Berlin e.V. ist quasi Stammgast im Jahn-Sportpark, als Organisator des alljährlichen Internationalen Sportfest, das bis zu 1.000 Teilnehmer*innen hat.

Christoph Pisarz, Mitarbeiter von Pfeffersport e.V. ist als Rollstuhlbasketballer ein wichtiger Mitwirkender am iterativen Planungsprozess der Senatssportverwaltung für den inklusiven Stadionneubau.

Stefan Schenck, Vize-Präsident Inklusion im Behinderten- und Reha-Sportverband Berlin e.V. und stellvertretender Vorsitzender des Landesbeirats für Menschen mit Behinderung macht sich ebenfalls für den Inklusionssportpark stark

Thomas Härtel, Präsident des Landessportbunds Berlin e. V. hob die gesamtstädtische Bedeutung des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks für die Vielfalt des Sports hervor: „Wir brauchen eine barrierefreie Sportinfrastruktur, in der Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport treiben. Im Jahn-Sportpark treffen sich täglich Menschen um Sport zu betreiben. Für Menschen mit Behinderung stellen Barrieren ein großes Problem dar. Ein Inklusions-Sportpark ist ein Leuchtturm mit Strahlkraft für die Sportmetropole Berlin und weit über hinaus.“

Ein Thema das bislang noch nicht konkret benannt ist: der vielseitig und mit vielen gleichzeitigen Veranstaltungen bespielte Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark benötigt sicher auch ein intelligentes Informations- und Leitsystem, das nach den Prinzipien von „Design For All“ gestaltet ist. Dessen Planung sollte zeitig beginnen, um alle erforderlichen Stromkabel noch vor dem Neubau der Spielfelder und Wegeflächen verlegen zu können.

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